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  • Jürgen Fazeny

Kurz erklärt: Die unterschiedlichen Mobile-Payment-Verfahren


Quelle: https://de.mobiletransaction.org/unterschiedliche-mobile-payment-methoden-erklaert/


Der Begriff Mobile-Payment bezieht sich auf alle Zahlungen, die mit einem mobilen Gerät getätigt werden.


In Deutschland sagt man zu Mobile-Payment auch „mobiles Bezahlen“. Aufgrund unserer ständig zunehmenden Abhängigkeit von Smartphones wurden verschiedene Methoden entwickelt, mit denen Verbraucher bequem über das Telefon bezahlen können.


Spätestens seit der Einführung von Google Pay im Sommer 2018 ist das Thema der Kontaktlos-Zahlung mit NFC-fähigen Smartphones und Kartenlesegeräten auch in Deutschland aktueller denn je.


Aber es gibt weitere Arten von mobilen Zahlungen etwa durch die Nutzung von QR-Codes oder Mobile-Banking-Apps. Betrachten wir die verschiedenen Möglichkeiten, wie Sie mit einem Handy bezahlen können – sowohl in Form von Präsenzzahlungen als auch in Form von Fernzahlungen.


Lösungen an der Laden-Kasse


NFC-Zahlungen – Nahfeldkommunikation mit RFID-Chip


Die Nutzung von NFC-Zahlungen (NFC = Near Field Communication, auf Deutsch: Nahfeldkommunikation) wird sich mit der Einführung von Google Pay in Deutschland weiter verbreiten. Zu den sogenannten digitalen Wallets (Portemonnaies), die NFC an Kartengeräten mit Kontaktlos-Funktion verwenden, gehören neben dem Wallet von Google Pay auch die Wallets von Apple Pay und Samsung Pay. Aber wie funktioniert diese Technik?


NFC-fähige Smartphones kommunizieren mit NFC-kompatiblen Kartenterminals über kurze Distanz durch eine Radiofrequenz-Identifikation. Die Mobiltelefone müssen das Kartenlesegerät nicht berühren, um Informationen und am Ende Geld zu übertragen, aber sie müssen dicht an das Terminal gehalten werden (mit einer Entfernung von wenigen Zentimetern).


In Deutschland war es schon eine Sensation, dass Google Pay im Jahr 2018 eingeführt wurde, Apple Pay soll bald folgen. Im Ausland ist man schon weiter. In London werden mobile Zahlungen über NFC bereits in Bussen und auf U-Bahnhöfen akzeptiert. Auch in China wird NFC als Zahlungsmittel für alle öffentlichen Verkehrsmittel verwendet, und in Japan dient die Technik auch zur Bereitstellung von Personalausweis-Informationen. Im französischen Nizza können Besucher und Bewohner mit NFC fast alles kaufen.


Bei NFC handelt es sich um eine direkte und nahezu sofortige Übertragung von verschlüsselten Daten an Empfangsgeräte im Kassenbereich – in der Regel an moderne EC-Kartenlesegeräte. Bei der Chip- und PIN-Technologie dauert die Verarbeitung länger. Viele Mobilfunkbetreiber suchen nach Möglichkeiten, die NFC-Technologie weiterzuentwickeln.


Das iPhone identifiziert den Zahlenden über seinen Fingerabdruck, um eine Apple-Pay-Zahlung abzuschließen und macht die NFC-Technologie noch sicherer


Schallwellenbasierte Zahlungen


Schallwellenbasierte mobile Zahlungen (Sound Wave Payments) stellen eine top-aktuelle tonsignalbasierte Lösung dar, die mit den meisten Mobiltelefonen funktioniert. Transaktionen werden – ohne Internet – durch einzigartige Schallwellen mit verschlüsselten Zahlungs-Daten abgewickelt. Die Schallwellen werden von einem Endgerät an das Mobiltelefon gesendet, um Zahlungsdetails zu übermitteln. Das Telefon des Kunden wandelt diese Daten in analoge Signale um, die die Transaktion abschließen.


Anstatt eingebaute Technologien wie NFC zu verwenden, benötigt Ihr mobiles Wallet, Ihre Bank-App oder Ihr Kartenterminal nur eine einfache Softwareinstallation, um die Schallwellen-Methode zu nutzen. Es wird keine zusätzliche Hardware benötigt. Die Schallwellen-Technik ist also eine erschwingliche Lösung, insbesondere in Gebieten und Ländern, in denen sich die Menschen nicht die neuesten Smartphones leisten können, sondern bei der Zahlungsabwicklung auf eine einfachere Technologie angewiesen sind.


Es ist nicht bekannt, dass die Sound-Wave-Payment-Technologie bereits in Deutschland eingesetzt wird. In China wird diese Methode von dem Zahlungsdienstleister Alipay angeboten.


MST-Zahlungen durch sichere magnetische Übertragung


Eine dritte Möglichkeit, mit einem Mobiltelefon an einem Kartenterminal zu bezahlen, ist die MST-Zahlung (MST = Magnetic Secure Transmission, was übersetzt „sichere magnetische Übertragung“ heißt). Samsung Pay verwendet sowohl das MST-Verfahren als auch die NFC-Technologie bei kontaktlosen Handyzahlungen.


Bei der MST-Technik sendet das Smartphone ein Magnetsignal aus, das den Magnetstreifen auf der Kreditkarte des Zahlers imitiert. Das Kartenterminal empfängt dieses Signal und verarbeitet es, als ob eine physische Karte durch den Leser gezogen würde. Einige Kartenlesegeräte erfordern möglicherweise ein Software-Update, um MST zu akzeptieren, aber die meisten neuen Terminals können die Technik bereits anwenden.


MST ist so sicher wie NFC, auch weil beide ein Tokenisierungs-System verwenden. Die MST-Methode ist übrigens sicherer als die Verwendung einer physischen Karte.


Präsenz- und Fernzahlungen


Mobile Wallets (digitale Geldbörsen)


Ein mobiles Wallet (auch als digitales Wallet, also digitale Geldbörse bezeichnet) speichert Zahlungsinformationen auf einem mobilen Gerät, meist in einer App, oder in der Cloud. Mobile Wallets können verschiedene Technologien während des Zahlungsprozesses nutzen. Am häufigsten greifen sie auf die NFC-Technik zurück. Aber auch andere Methoden wie QR-Codes wurden bereits von einigen Diensten verwendet.


Apple Pay zum Beispiel erstreckt sich auf verschiedene Bereiche und ermöglicht kontaktloses Bezahlen an Kartenterminals durch Fingerabdruck-Authentifizierung über das Telefon, In-App-Käufe und Zahlungen im Internet.


Google Pay und Samsung Pay sind zwei weitere große Anbieter von mobilen Wallets.


Die digitalen Geldbörsen sind sehr sicher in der Anwendung. Sie arbeiten häufig durch komplexe Verschlüsselung und Tokenisierung, ein Verfahren, bei dem zeitbegrenzte Token-Nummern verwendet werden, die zur Verarbeitung der spezifischen Transaktion mit Ihrer bereits verschlüsselten und in Ihrem Wallet gespeicherten Karte generiert werden.


Neben Kredit- und Debitkarten ist es auch möglich Kundenkarten, Bordkarten, Tickets und andere wichtige Dokumente in mobile Wallets einzufügen.


QR-Code-Zahlungen


QR ist die Abkürzung für „quick response“, was auf Deutsch „schnelle Antwort“ heißt. Für die QR-Codes hat man viele Einsatzmöglichkeiten. Man findet sie oft in der Werbung, auf Produktetiketten und an Stellen, an denen man nicht mit ihnen gerechnet hätte. Nicht jeder weiß, dass man mit QR-Codes auch bezahlen kann. Die Methode funktioniert über bestimmte Banking-Apps, in denen Ihre Karten bereits hinterlegt sind, und Apps von Geschäften sowie anderen Anbietern, bei denen Ihre Kartendaten hinzugefügt werden können.


In den USA können Kunden beim Einzelhandelskonzern Walmart mit der Walmart Pay App im Laden bezahlen, indem ein QR-Code an der Kasse gescannt wird.


Für den Bezahlvorgang muss man die Kamera sorgfältig am QR-Code ausrichten, entlang der Markierungen auf dem Handy-Bildschirm. Anschließend kann die App den Code scannen. Einige Nutzer berichten, dass dieser Vorgang sehr mühevoll ist, da insbesondere zuerst die entsprechende App geöffnet werden muss, bevor mit dem Scannen begonnen werden kann.


Die Zahlung mit QR-Codes empfinden einige Menschen als hinderlich. App öffnen, Kamera ausrichten und Code scannen sind ihnen zu viele Schritte


Einige E-Commerce-Unternehmen bieten im Checkout-Bereich ihrer Website QR-Codes als Alternative zur manuellen Eingabe von Kartendaten an. Bei kartengestützten Transaktionen ist dies eine sicherere Methode, da das Smartphone, über das die Kartendaten verbunden sind, bestätigt, dass der Zahlende auch Eigentümer der verwendeten Karte ist. Außerdem müssen die unverschlüsselten Kartendaten nicht auf einem Gerätebildschirm eingegeben werden.


Fernzahlungen


Internet-Zahlungen


Viele Menschen bezahlen im Internet über die Browser auf ihrem Smartphone (z.B. Safari, Chrome) oder innerhalb von Apps. Dazu ist allerdings eine Internetverbindung über WLAN oder ein 3G-/4G-Netz erforderlich. Es gibt mehrere Möglichkeiten, auf diese Art und Weise zu bezahlen. Sie können zum Beispiel Kartendaten manuell auf einer Website eingeben, um eine Bestellung zu bezahlen, genau wie man es vom Computer her kennt. Man kann auch Bankkarten, die an einer mobilen App hängen, automatisch aufladen, mit PayPal zahlen oder einem Link zu einer digitalen Rechnung folgen, der Ihnen per E-Mail zugesandt wurde.


Seit Smartphones auf das gesamte Internet zugreifen können, ist es üblich, dass Menschen ihre Kartendaten einfach auf einer Website eingeben, um eine Zahlung abzuschließen


Vor dem Jahr 2010 wurde diese Methode allgemein als WAP-Zahlung bezeichnet (WAP = Wireless Application Protocol, auf Deutsch: drahtloses Anwendungsprotokoll). WAP war früher die Funktion auf Smartphones, die sich am häufigsten mit dem Internet verbunden hat. Statt eines Webbrowsers mit Zugriff auf das gesamte Internet, bezahlten die Menschen also über einen kapazitätsmäßig begrenzten WAP-Browser oder eine App.


Aber die Zahlungslandschaft hat sich schnell verändert. Mittlerweile verwenden Smartphones oftmals eine neuere Mark-Up-Sprache mit unbeschränktem Zugang zum Internet.

SMS-Zahlungen


Bei SMS-Zahlungen – auch Premium-SMS genannt – zahlt man für Produkte oder Dienstleistungen per SMS. Nachdem Sie eine SMS mit den relevanten Informationen an die richtige Telefonnummer des Begünstigten gesendet haben, wird der Zahlungsbetrag als Posten auf Ihrer Handyrechnung hinzugefügt. Sie bezahlen also über Ihren Telefonnetzbetreiber, per Lastschrift oder Überweisung, je nachdem, wie Sie normalerweise Ihre Rechnung begleichen.


Noch vor wenigen Jahren waren SMS-Zahlungen eine der beliebtesten Methoden, um mit dem Handy Waren oder Dienstleistungen zu bezahlen oder Geld an wohltätige Organisationen zu spenden. Auch Zahlungen unter den Nutzern waren möglich. Die Beliebtheit der SMS-Zahlung hatte ihren Grund in der Einfachheit. Der Benutzer brauchte lediglich ein Telefon, das textfähig war sowie eine Prepaid-SIM-Karte oder einen Handyvertrag. Mit der Zunahme der fortschrittlicheren Smartphones sind jedoch andere Formen des mobilen Zahlungsverkehrs schneller gewachsen.


Direkte Abrechnung mit dem Anbieter


Direct Carrier Billing (DCB), also die direkte Abrechnung mit dem Anbieter, ist eine weitere Möglichkeit, über Ihren Mobilfunkanbieter zu bezahlen, anstatt Bank- oder Kartendaten preiszugeben. Bei der DCB-Zahlung gibt man zum Beispiel seine Telefonnummer auf einer Bezahlseite oder in einer App ein. Anschließend muss man ein paar Authentifizierungs-Schritte durchlaufen, um zu bestätigen, dass man der Besitzer der angegebenen Nummer ist (z.B. durch eine SMS-Bestätigung). Die Zahlung wird dann wie bei SMS-Zahlungen Ihrer Telefonrechnung hinzugefügt oder von Ihrer Prepaid-SIM-Karte abgezogen.


Digitale Dienste wie Google Play und der App Store bieten die Möglichkeit an, per DCB zu bezahlen. Die Methode wird auch für TV-Abstimmungen, Spenden und Abonnements von digitalen Inhalten verwendet.


Mobile-Banking


Bei vielen jungen Leuten ist auch das Mobile-Banking sehr beliebt. Es funktioniert über eine von Ihrer Bank bereitgestellte App, mit der Sie Finanztransaktionen direkt von Ihrem Bankkonto aus durchführen können. Diese Apps werden normalerweise für Direkt-Überweisungen und Zahlungen an andere Personen verwendet, aber auch Rechnungen können auf diese Weise bezahlt werden.


Mobile-Banking ist eine immer beliebtere Methode, um die eigenen Finanzen zu verwalten

Jede Bank hat spezielle Anmeldeverfahren für die jeweilige Bank-App, um sicherzustellen, dass Sie wirklich der Eigentümer des Bankkontos sind. Nach der Einrichtung ist es normalerweise einfach, sich auf dem Telefon anzumelden, den Kontostand sowie die Transaktionshistorie einzusehen und Überweisungen vorzunehmen. Der Funktions-Umfang einer Mobile-Banking-App hängt von der jeweiligen Bank ab.



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Jürgen Fazeny

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